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Orgel

Die Mayer-Orgel in der Kath. Pfarrkirche Crispinus und Crispinianus Saarlouis-Lisdorf

Der künstlerische Wert einer Orgel setzt ein harmonisches Zusammenspiel von Architektur, Prospektgestaltung, Disposition, Zuordnung der einzelnen Teilwerke und letztlich eine vollkommene Intonation voraus.

Bei dem Neubau der Lisdorfer Orgel im Jahre 1987 durch die Orgelbaufirma Hugo Mayer, Heusweiler-Saar galt es im Besonderen, das neue Orgelwerk harmonisch dem barocken Charakter des Innenraumes der Kirche so anzupassen, dass eine homogene Einheit und Wechselbeziehunng zwischen Raum und Orgelwerk entsteht.

Nach intensiven Überlegungen wurde ein Orgelgehäuse mit einem barocken Prospekt getreu dem großen Vorbild der bekannten Meister konzipiert. Das Schwingen und Klingen der Töne läßt sich schon beim Anblick erahnen.
In der reichhaltigen Disposition mit 45 Registern sind die einzelnen Pfeifenfamilien vielfältig vertreten. Mit viel Einfühlungsvermögen gelang es, die vielen Pfeifenreihen der Akustik des Kirchenraumes anzupassen und somit einen homogenen Gesamtklang zu erhalten, der sowohl die feinen und zarten Stimmen als auch die kräftigen Rohrwerke zur vollen Entfaltung kommen lässt.

Traktiert wird die Orgel vom angebauten Spielschrank am Orgelgehäuse über eine mechanische Holztraktur, über dünne Holzleisten, den Abstrakten und Wellen.
Das ebenfalls mit mechanischen Manubrieden ausgestattete Regiewerk wurde mit 3 Kombinationstritten ausgerüstet, durch welche es dem Organisten ermöglicht wird, die einzelnen Klangfarben für Principale, Mixturen und Zungen mit einem Fußtritt abzurufen.

Das Schnitzwerk des Orgelprospektes wurde durch die Werkstattt Martin Mrziglod, Tholey/ Saar gefertigt und im Jahre 1992 vollendet.

Orgel

  • Skizze MAYER-Orgel 1987
  • Intonateur Patrick Akroud
  • Orgelweihe am 25.10.1987
  • MAYER-Orgel erbaut 1987
  • Spieltisch
  • Blick zur Orgel

Weitere Information

  Die Stumm-Orgel (1861)

In den Archiven der Lisdorfer Kirchengemeinde und des Bistums Trier ist belegt, dass im Jahre 1861, also fast 100 Jahre nach dem Neubau der Lisdorfer Kirche, eine Orgel von der Kirchengemeinde Wallerfangen erworben wurde, die diese im Jahre 1841 bei der bekannten Orgelwerkstatt der Gebr. Stumm in Auftrag gegeben hatte.
 
Die Familie Stumm gehört zu den berühmtesten Orgelbauerdynastien Deutschlands. In sieben Generationen sind nach heutigem Forschungsstand über 370 Orgeln (davon 140 größtenteils bis heute erhalten) errichtet worden. Die Familie stammte aus Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück. Von dort aus prägte sie über einen Zeitraum von fast zwei Jahrhunderten nachhaltig den mittelrheinischen Orgelbau. Konzentrierte sich das Wirkungsgebiet anfänglich auf den Hunsrück, reichte es schließlich vom Kölner Raum bis Saarbrücken, von Luxemburg bis in den Odenwald.

Zum Zeitpunkt des Wallerfanger Orgelbaus wurde das Familienunternehmen in 4. Generation von Carl Stumm (Sohn von Philipp) und Franz Heinrich Stumm (Sohn von Friedrich Carl) geleitet.
 
Die am 13.12.1840 erstellte Orgeldisposition umfasste 12 Register. Der Aufbau erfolgte im Jahre 1843. Der Kaufpreis betrug 760 Thaler.
 
Durch den Neubau der Wallerfanger Pfarrkirche musste im Jahre 1861 die alte Kirche abgerissen werden. Laut einem Bericht im Pfarrbrief der Pfarrgemeinde bestand keine Möglichkeit, die Orgel für den Zeitraum des Neubaus zu lagern. Zudem „sei die Orgel für die neue Kirche zu klein“.
 
Es war der Lisdorfer Pfarrer Gotthard Prinz, der in diesem Zeitraum dringend für die Lisdorfer Kirche ein passendes Orgelwerk suchte. Ein Glücksfall für Lisdorf, dass die Stumm-Orgel aus Wallerfangen zur Disposition stand.
 Mit dem dortigen Pfarrer Josef Schmitt verhandelte er den Kauf der inzwischen 18 Jahre alten Orgel. Der Kaufpreis in Höhe von 450 Thaler wurde lt. nachstehender Empfangsbestätigung in bar entrichtet.

Pfarrer Gotthard Prinz wurde am 30. Dezember 1826 in St. Matthias bei Trier geboren. Nach der Priesterweihe im Jahre 1851 wirkte er als Kaplan in Vallendar und in Saarlouis. Seine erste Pfarrstelle erhielt er 1855 in Kastellaun, bevor er 1860 als Pfarrer der Kirchengemeinde Lisdorf-Ensdorf berufen wurde.
 
Pfarrer Prinz war mit ganzem Herzen Priester. Die Zierde und Ausschmückung der ihm anvertrauten Gotteshäuser war für ihn eine Selbstverständlichkeit und bereitete ihm eine große Freude. So war es für ihn für die festliche Untermalung der Gottesdienste unerlässlich, den Kirchenraum möglichst bald, anstelle eines Harmoniums, mit einer Orgel auszustatten.
 
Am 16. März 1861 vereinbarte Pfarrer Gotthard Prinz mit dem Orgelbaumeister Johann Schlaad durch die Zahlung von 150 Thaler den ersten Lisdorfer Orgelaufbau. Die Orgelbaufirma stammte aus Waldlaubersheim am Mittelrhein. Das damalige Einzugsgebiet des angesehenen Unternehmens ist in etwa mit dem heutigen Gebiet von Rheinland-Pfalz und dem Saarland vergleichbar.

Dem Firmenchef Johann Schlaad werden 76 Orgelneubauten, u. a. in Merzig, Schwalbach, Beckingen und Differten zugeschrieben. Allein zwischen 1860 und 1870 entstanden 20 neue Orgelwerke.
 
Durch die solide Bauweise der Orgeln und die Qualität der verwendeten Materialen sind bis heute noch 40 Werke des Orgelbauers erhalten. Orgelbaumeister Schlaad, an den noch ein Gedenkstein in Waldlaubersheim erinnert, starb 1892 im Alter von 70 Jahren.

Zwei Jahre vor dem ersten Lisdorfer Orgelbau wurde im Jahre 1859 der Männergesangverein Lisdorf gegründet. In der Vereinschronik ist festgehalten, dass „als Geschenk von Pastor Gotthard Prinz im Jahre 1861 eine Kirchenorgel für Lisdorf beschaffen wurde“.

Dirigent und Mitbegründer des Männergesangverein war Hauptlehrer Michael Ritter, der seit 1858 in Lisdorf tätig war. Weiter ist aus der Chronik zu erfahren, dass im Jahre 1862 Lehrer Ritter von Pfarrer Prinz die Organistenstelle angeboten wurde. Durch Verfügung der Königlichen Regierung zu Trier wurde Michael Ritter offiziell das Amt des Organisten und Chordirigenten übertragen, welches er bis zum Jahre 1885 ausübte.
 
Durch diese Doppelfunktion des Chorleiters übernahmen der Männergesangverein und der Knabenchor des Vereins ab diesem Zeitpunkt auch die Funktion eines Kirchenchores.
 
Pfarrer Gotthard Prinz wurde im Jahre 1869 nach neunjährigem segensreichem Wirken in Lisdorf die Pfarrstelle in Ehrang übertragen. 1887 wurde er zum Direktor des Emeritenhauses ernannt. Er starb nach mehrjähriger Krankheit am 2. Februar 1893.

Nachfolger wurde Pfarrer Karl Wehn, der sodann 37 Jahre lang die Geschicke der Pfarrgemeinde leitete.

Registrierung der Stumm-Orgel
450 Taler - Von Herrn Pastor Prinz von Liesdorf habe ich heute vierhundertfünfzig Thaler (450 Th.) als Kaufpreis für hiesige Kirchenorgel bar und richtig erhalten. Wallerfangen den 27ten Februar 1861 - Jos. Schmitt, Pastor
Quittung
Pfarrer Gotthard Prinz
  Erweiterung der Stumm-Orgel (1905)

Pfarrer Wehn war es mit den Entscheidungsgremien der Kirchengemeinde vorbehalten, für den Umbau und die Erweiterung des im Jahre 1861 erworbenen und in die Jahre gekommenen Orgelinstrumentes zu sorgen. 43 Jahre lang hatte das von der Pfarrgemeinde Wallerfangen erworbene Instrument der Lisdorfer Kirchengemeinde treue Dienste geleistet.

Die Orgelbauanstalt Dalstein & Haerpfer aus Bolchen (Lothringen) erhielt im Jahre 1904 den Auftrag zur Ausführung. Das Gebiet Lothringen mit seiner mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Deutschen Reich.

Die Orgelmanufacture wurde 1863 durch Johann Karl Haerpfer und NicolasEtienne Dalstein gegründet. Haerpfer erlernte bei der Firma Steinmeyer den Beruf des Orgelbauers und arbeitete danach bei den Firmen Walcker in Ludwigsburg und Haas in Luzern. Dalstein war bei der angesehenen Firma Cavaillé-Coll in Paris beschäftigt.

Zum Zeitpunkt der Lisdorfer Auftragserteilung bestand die Firma Dalstein & Haerpfer schon über 40 Jahre und war als eines der gefragtesten Orgelbauunternehmen der damaligen Zeit hoch angesehen.

Laut Firmenangaben wurden in diesem Zeitraum 175 Orgelwerke in ihrer Werkstatt gebaut und ausgeliefert (darunter große Orgelneubauten in Nancy, Luxemburg, Mühlhausen, Forbach und Metz), also Referenzen und Gründe für die Entscheidungsträger in Lisdorf genug, dieses hoch angesehene Unternehmen mit dem Orgelbau in der Pfarrkirche Crispinus und Crispinianus Lisdorf zu beauftragen.

Der Auftrag beinhaltete den Umbau und die Erweiterung der vorhandenen Stumm-Orgel unter Verwendung der noch brauchbaren Teile zu einem 15 Register umfassenden Instrument auf 2 Manualen und einem Pedalwerk.

Entsprechend des Dispositions- und Kostenanschlags vom 31. Okt. 1904 und dem Nachtrag vom 30. Juni 1905, der auch die Neuanschaffung eines Orgelgehäuses beinhaltete, betrugen die Gesamtkosten des Umbaus und der Erweiterung 5.135 Mark.

Die Amtszeit von Pfarrer Karl Wehn endete 1906. Ihm folgte Pfarrer Nikolaus Höffling, der bis 1915 der Pfarrgemeinde vorstand und schließlich von Pfarrer Joseph Spengler, in der seelsorgerisch schwierigen Zeit des 1. Weltkrieges, abgelöst wurde.

Aus einem von ihm erstellten handschriftlichen Vermerk vom 1. April 1917 ist zu ersehen, warum Kriegszeiten auch für Orgelpfeifen keine guten Zeiten waren. Das Material von Orgelpfeifen wurde für Kriegszwecke benötigt und so wurden auch die Lisdorfer Prospektpfeifen beschlagnahmt.

Der Vermerk von Pfr. Spengler mit der Überschrift „Prospektpfeifen der Kirchenorgel“ lautet:
„Am 28. März 1917 wurden durch die Orgelbauanstalt Dalstein & Haerpfer – Bolchen (Lothringen) infolge militärischer Beschlagnahme die Prospektpfeifen der Kirchenorgel (Prinzipial 8 und Octave 4 ) ausgebaut (dafür 34 M ausgezahlt) und an das Lager der Sammelstelle der Orgelbauanstalt Firma Hock, Saarlouis eingeliefert. Das Gewicht der Pfeifen betrug 61,5 kg; ihr Einheitspreis 6,30 M, ausbezahlt 387,45 M. Feste einmalige Vergütung 35 M – also Gesamtbetrag 422,45 M –, welche an Kreissparkasse Saarlouis unter Sparkassenbuch Sammelfonds angelegt wurde.“

Pfarrer Josef Spengler war ein engagierter Priester. 1880 in Wüschheim/Hunsrück geboren, empfing er 1903 die Priesterweihe. Nach seiner Kaplanszeit in Wehrden/ Saar wurde er zum Pfarrer von Lieg im Kreis Cochem ernannt. Von 1915 bis 1954 war er Pfarrer und Dechant in Saarlouis-Lisdorf. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde ihm die Ehrenbürgerschaft  der Stadt Saarlouis verliehen.
 

 
Disposition

I. Manual

1.   Principal 8´
2.   Bourdon 16´(neu)
3.   Flöte 8´
4.   Salicional 8´(neu)
5.   Rohrfl oete 4´
6.   Octave 4´
7.   Octave 2´          

II. Manual

  8. Viola di Gamba 8'
  9. Vox-Coelestis 8´(neu)
10. Lieblich Gedeckt 8´
11. Traversfl oete 4´
12. Trompete 8´      

Pedal

13. Subbass 16'
14. Octavbass 8'
15. Violonbass 8'
 
Briefkopf Dalstein & Haerpfer
Lisdorfer Pfarrkirche vor der Erweiterung 1928??
  Die Haerpfer-Orgel (1944)

Der 20-köpfige Kirchenvorstand fasste unter dem Vorsitz von Pfr. Josef Spengler am 21. Dez. 1941 den Beschluss, gemäß des Kostenanschlages vom 2. Nov. 1941 der Orgelbaufirma Fritz Haerpfer aus Bolchen (Lothringen) eine Orgel mit 31 klingenden und 2 transmittierten Stimmen zum Preise von 20.177,14 Reichsmark anzuschaffen.
 
Die Begründung des Vorstandsbeschlusses lautet:
„Die vorhandene Orgel mit 15 Registern ist im Jahre 1905 umgebaut worden. Es wurden die noch brauchbaren Register von der alten Orgel übernommen. Ein Register musste, weil verfault, herausgenommen werden. Der Spieltisch ist, wie vom Orgelbauer Reimsbach aus Wallerfangen festgestellt wurde, vom Wurm zerfressen und kann jeden Tag unbrauchbar werden. Die Pfarrkirche ist wesentlich vergrössert worden und die vorhandene Orgel reicht für eine gefüllte Kirche nicht aus. Die Orgel ist so aufgestellt, dass die Raumverhältnisse für den Kirchenchor ungünstig sind.“

Weiterhin geht aus dem Vorstandsbeschluss hervor, dass 9.800 RM zur Finanzierung vorhanden sind und 6.000 RM aus Einnahmen des Jahres 1941 aufgrund von Grundsteuer-Messbeträgen, der Vermögenssteuer und aus dem Kirchgeld beglichen werden. Der Restbetrag von 4.300 RM soll durch eine Anleihe bei der hiesigen Spar- und Darlehnskasse aufgenommen und im Etatsjahr 1942 abgetragen werden.

Das bischöfliche Generalvikariat Trier stimmte am 5. Januar 1942 den Beschlüssen zum Orgelbau durch die Firma Fritz Haerpfer zu. Die OrgelDisposition wurde von dem Trierer Domkapellmeister Johannes Klassen (1904–1957) geprüft und aufgrund seiner Anregung um ein Register und 2 Transmissionsstimmen erweitert.
 
Die Kirchengemeinde hatte im Vertrag mit dem Orgelbauer eine Lieferzeit von „voraussichtlich 6-8 Monaten“ vereinbart. Eine Garantie konnte aber „wegen der Kriegsereignisse“ nicht übernommen werden.

Tatsächlich mussten sich die Lisdorfer noch über zwei Jahre bis zur Fertigstellung der Orgel gedulden. Aus einem Brief von Pfr. Spengler an den Orgelbauer unter dem Datum vom 30. Aug. 1943 wird die Ungeduld und die Verärgerung über die Verzögerung des Orgelbaus deutlich.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass im Frühjahr die alte Lisdorfer Orgel von der Firma Haerpfer abgebaut und nach Piesbach „geschafft und dort aufgebaut wurde“. Zugesagt war aber, zuerst die Lisdorfer Orgel aufzubauen. Entgegen dieser Abmachung und trotz der vielfachen Versprechungen des Orgelbauers mussten die Lisdorfer Gläubigen lange auf den Orgelklang verzichten.
 
Aber endlich war es dann soweit, dass am 6. Februar 1944 die Orgelweihe im Rahmen eines Kirchenkonzertes durch den Domvikar Dr. Schwickerath, Trier stattfinden konnte. Konzertmitwirkende waren die Sopranistin Maria Comes-Strauß, Trier, der Trierer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Johannes Klassen und der Organist Heinrich Weber, Aachen.

Die in den Wirren des II. Weltkrieges erbaute Orgel blieb vor Kriegsschäden nicht verschont. Dieses belegt ein Kollektenaufruf von Pfr. Joseph Spengler, in dem er formulierte:

„Nächsten Sonntag ist eine Hauskollekte, vor allem für die Reparatur der Orgel. Neben den Schäden durch allzu große Hitze 1947 & 1949 und durch allzu große Feuchtigkeit im Winter 1948 sind bei den Reparaturen eine ganze Reihe von Schäden durch Granatsplitter gefunden worden, die viele Pfeifen durchschlagen haben.  Die Gläubigen werden dringend gebeten, soweit es in ihren Kräften steht, diese Kollekte für die Reparatur der Orgel in besonderer Weise bedenken zu wollen. Die Sammlerinnen mögen heute ihre Sammellisten im Pfarrhaus abholen...“

Die Orgel hatte auch in den Folgejahren umfangreiche Reparaturen zu überstehen. Im letzten Jahr seines Lisdorfer Wirkens schloss Pfr. Spengler im Mai 1954 noch einen umfangreichen Wartungsvertrag mit der Orgelbaufirma Haerpfer & Erman ab. Im Herbst des gleichen Jahres stellten die Orgelbauer fest, dass sämtliche Membranen der rund 2000 Pfeifen umfassenden Orgel brüchig und ersetzt werden müssen.

Begründet wurden die gravierenden Mängel damit, dass für die fachgerechte Gerbung des Schafspaltleders in den Kriegsjahren die Eidotter fehlten...Nachfolger von Pfarrer und Dechant Josef Spengler wurde Pfarrer Alois Löw, der in Lisdorf bis 1966 tätig war. Er stammte aus Labach und wirkte vor der Amtsübernahme in Lisdorf in Oberkirchen und Wallhausen.
 
Nach dem teilweisen Einsturz der Kirchendecke am 19. Dez. 1959 hatte Pfarrer Loew mit den kirchlichen Gremien die riesige Verantwortung, die architektonische Umgestaltung des Kircheninnenraumes durchzuführen. Die durch den Deckeneinsturz verursachten Schäden, waren sowohl im Kirchenraum, als auch an der Orgel erheblich. Der gesamte Kirchenraum konnte erstmals wieder ab dem 15. August 1961 genutzt werden.
 
Ein Jahr länger dauerte es, bis am 5. Aug. 1962 nochmals die stark in Mitleidenschaft gezogene Orgel erklingen konnte. Der Kirchenvorstand beauftragte den Orgelbaumeister Hugo Mayer aus Heusweiler mit der Renovierung. Hugo Mayer, 1912 in Wengen/Allgäu geboren, legte 1948 die Meisterprüfung ab und gründete 1952 seine eigene Werkstatt in Brebach/Saar. Im Jahre 1957 wurde diese in größere Räume nach Heusweiler, dem heutigen Firmensitz, verlagert.
 
Beim Orgelabbau stellte Hugo Mayer einen starken Holzwurmbefall fest. Zur Verhinderung eines Fortschreitens des Insektenfrasses war es notwendig, die Holzteile mit einem Holzschutzmittel zu imprägnieren. Der Renovierungsauftrag umfasste auch den Einbau einer elektrischen Traktur und die Erneuerung des Spieltisch.

Wenige Jahre später zeigte sich, dass die im Kirchenraum im Jahre 1961 eingebaute Holzdecke der Orgel weitere Schäden zufügte. Aufgrund der tiefen Abhängung fehlte über dem Orgelwerk ein ausreichender Luftzirkulationsraum. Die Umstellung der Kirchenraumbeheizung auf Ölfeuerung führte zu einer nochmaligen Reduzierung der Luftfeuchtigkeit. Die Folge war eine starke Rissbildung an den Holzteilen der Orgel.

Diesem Problem stellte sich ab dem Jahre 1968 der Nachfolger von Pfarrer Loew, Pfarrer Ernst Seiwert. Der aus Saarlouis-Roden stammende Geistliche hatte 1951 im Trierer Dom die Priesterweihe empfangen, war 6 Jahre Kaplan in Mühleim bei Koblenz und 9 Jahre Pfarrer von Biebern/Hunsrück. Am 11. Dez. 1966 kam er als Pfarrherr nach Lisdorf.

Er erbat 1968 von drei Orgelbaufi rmen und dem Orgelreferat des Bistums deren Einschätzung zum Zustand der im Jahre 1944 erbauten Orgel. Das Hauptproblem lag bei den Windladen, die als Taschenladen vorhanden, massive Rissbildungen zeigten. Eine kostenintensive Reparatur schien nicht empfehlenswert. Dieses übereinstimmende Ergebnis wurde vom Orgelsachverständigen des Bistums Wolfgang Oehms bestätigt.
 
Im Jahre 1970 entschied der Kirchenvorstand vordringlich die fachgerechte Entlüftung des Kirchenraumes in Angriff  zu nehmen und die anstehende Sanierung des Innenraumes der Pfarrkirche zügig anzugehen. Die Orgelbaufirma Haerpfer & Erman wurde beauftragt, „einige Register“ der Orgel bespielbar zu machen.

Dennoch sollte es noch über 10 Jahre dauern, bis die substanzerhaltende Renovierung der Pfarrkirche abgeschlossen werden konnte und die räumlichen und klimatechnischen Voraussetzungen für das Funktionieren eines Orgelinstrumentes gegeben waren. Im Rahmen der Kirchensanierung musste 1975 die Orgelempore erneuert werden, das Orgelwerk abgebaut und vorübergehend in einer Scheune in Lisdorf gelagert werden. Im Februar 1979 wurde das Orgelwerk für eine eventuell in Frage kommende Restaurierung zur Orgelbaufi rma Haerpfer nach Boulay verbracht.

Eine dort durchgeführte nochmalige Bestandsanalyse brachte die Erkenntnis, dass das Orgelwerk mit enormen Materialschäden versehen war und ein Wiederaufbau, auch aufgrund der mangelhaften Technik, bei einer sinnvollen Sanierung praktisch einem Neubau gleich käme und daher nicht ratsam schien.
 

 
Die Registratur war unter der Verwendung der noch brauchbaren alten Pfeifen wie folgt:

I. Manual
 
  1. Principal 8´
  2. Bourdon Gedeckt 16´
  3. Flöte 8´
  4. Salicional 8´
  5. Gedeckt 8'
  6. Octave 4´
  7. Rohrfl öte 4´
  8. Oktave 2´
  9. Mixtur – Kornett
10. Trompete 8´         

II. Manual

11. Principal 8´
12. Flöte Harmonic 8´
13. Viola di Gamba 8´
14. Vox-Coelestis 8´
15. Aeoline 8´
16. Lieblich Gedeckt 8´
17. Principal 4´
18. Traversflöte 4´
19. Nazat 2  2/3
20. Waldfl öte 2´
21. Cymbel Mixtur 4 – 5 fach
22. Fagott 16´
23. Trompete 8´
24.  Trompete 4´    

Pedal

25. Violonbaß 16´
26. Subbass 16´
27. Gedeckt 16´
28. Oktavbass 8´
29. Gedecktbass 8´
30. Gedecktbass 4´
31. Choralbass 4´
32. Cornett 2´
33. Posaune 16´

 

  Die MAYER-Orgel (1987)

Nach langer Zeit des Überlegens fasste der Verwaltungsrat Anfang 1982 den mutigen Entschluss, aus eigenen Kräften, vertrauend auf die Opferbereitschaft der Lisdorfer Gemeinde, eine neue Orgel zu bauen. Finanzielle Grundlage hierfür war eine großzügige Spende, die zweckbestimmt für den Orgelbau zur Verfügung stand. Aber auch die Tatsache, dass das Vorhaben bereits in der Diskussionsphase von vielen Lisdorfern ideell begeistert mitgetragen wurde, erleichterte dem Beschlussgremium die Entscheidung.
 
Der eigens dafür am 22. April 1982 gegründete Orgelbauförderverein der Kath. Kirchengemeinde Lisdorf übernahm engagiert die Aufgabe, für die Gesamtfi nanzierung des Orgelbaus Sorge zu tragen. Die Zahl der Mitglieder wuchs stetig, sodass die mittelfristige Finanzierbarkeit des Orgelwerkes bereits nach kurzer Zeit wahrscheinlich wurde.
 
Die Gemeinde konnte sich glücklich schätzen, sowohl mit dem Orgel-Professor Paul Schneider, Saarbrücken als auch mit Dipl.-Ing. Werner Glesner, techn. Direktor beim Saarländischen Rundfunk, über zwei unabhängige Ratgeber zu verfügen. Werner Glesner erstellte in enger Abstimmung mit Prof. Paul Schneider, Pastor Ernst Seiwert und Vertretern des Verwaltungsrates die Ausschreibung für ein 36-Register umfassendes Orgelwerk. Nach unzähligen Diskussionsabenden, Skizzierungen, Kostenkalkulationen, Finanzierungsmodellen und Orgelbesichtigungen war es dann möglich, das Lisdorfer Orgelwerk am 10. September 1984 auszuschreiben.
 
Bereits im Dezember 1984 konnten die Entscheidungsträger über drei Angebote aus Deutschland und je eine Off erte aus Frankreich und der Schweiz verfügen. Für alle Anbieter war es eine Herausforderung und Ansporn zugleich, für den bedeutenden sakralen Kirchenraum ein Orgelwerk zu schaffen, das sowohl optisch als auch akustisch allen Erfordernissen gerecht wird. Die Entscheidung des Verwaltungsrates fiel nach eingehender Prüfung und Bewertung der Angebotsunterlagen im Dezember 1984 zugunsten der saarländischen Orgelbaufi rma Hugo Mayer, Heusweiler.
 
Diese Orgelmanufaktur wird seit dem Jahre 1974 vom Sohn des Firmengründers, Herrn Gerd Mayer, geleitet. Er trat 1957 als Auszubildender in die Werkstatt seines Vaters ein. Nach der Gesellenprüfung war er unter anderem in Frankreich und Amerika tätig. Er legte 1966 als jüngster deutscher Orgelbauer die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Stuttgart ab.
 
Nach dem Verwaltungsratsbeschluss wurde in engstem Zusammenwirken zwischen dem Orgelbauer, den ehrenamtlichen Ratgebern Prof. Schneider und Dipl.-Ing. Glesner, dem Architekten Tibor Kugelmann sowie den Vertretern der Kirchengemeinde das endgültige Klangbild der neu zu erbauenden Orgel und die Gestaltung des Orgelprospektes entwickelt.
 
In einer dieser Arbeitssitzungen, bei der es hauptsächlich um die Disposition der Registrierung ging, wurde nachhaltig zur Verbesserung des Klangbildes dafür plädiert, drei Register zusätzlich einzuplanen. Hierfür konnte aus Kostengründen seitens der Kirchengemeinde keine Zusage gemacht werden. Spontan spendeten daraufhin zwei der anwesenden Sitzungsteilnehmer die finanziellen Gegenwerte der drei Register, sodass ein Orgelwerk mit insgesamt 39 klingenden Register in Auftrag gegeben wurde. Der Orgelbauer wurde auch beauftragt, die Möglichkeit für den späteren Einbau von nochmals vier weiteren Registern vorzusehen.
 
Nach der Bewilligung der bischöflichen Behörde vom 22. April 1985 erteilte die Kirchengemeinde am 27. April 1985  den verbindlichen Auftrag zur Erstellung des Orgelwerkes – noch ohne Schnitzwerk – der saarländischen Orgelbaufirma Hugo Mayer aus Heusweiler.

Laut Werklieferungsvertrag betrug die Fertigungszeit 24 Monate. Im Hinblick auf den 1700. Todestag der Schutzpatrone Crispinus und Crispinianus am 25. Oktober 1987 beabsichtigte die Kirchengemeinde, das Fest der Orgelweihe zusammen mit diesem für die Pfarrei wichtigen Ereignis zu feiern.

Der künstlerische Wert einer Orgel setzt ein harmonisches Zusammenspiel von Architektur, Prospektgestaltung, Disposition und letztlich einer vollendeten Intonation voraus. Bei der Planung der Lisdorfer Orgel galt es im Besonderen, das neue Orgelwerk harmonisch dem barocken Charakter des Innenraumes der Kirche so anzupassen, dass eine homogene Einheit und eine Wechselbeziehung zwischen Raum und dem Orgelwerk entstehen.
 
Die dafür erforderlichen Überlegungen und Grundlagen waren immer wieder zwingende Bestandteile der einzelnen Planungsschritte. Insbesondere ist es Pastor Ernst Seiwert zu danken, dass dieser Grundsatz in Lisdorf zur Realität wurde. Für ihn war der Orgelbau – baulich gesehen – der krönende Abschluss seines priesterlichen Wirkens in Lisdorf.

Pfarrer Ernst Seiwert wurde am 5. Sept. 1986 im Rahmen eines großen Pfarrfestes, dessen Erlös dem Orgelbaufonds zufloss, nach 20-jähriger segensreicher Tätigkeit in Lisdorf in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er hinterließ der Pfarrei ein gut funktionierendes Pfarrzentrum, das die Kirchengemeinde heute noch auszeichnet.

Sein Nachfolger Pfarrer Karl Detemple, der am 29. März 1987 als neuer Seelsorger in Lisdorf eingeführt wurde, begleitete die Orgelfertigstellung.  Die hoch qualifizierten Mitarbeiter der Orgelbaumanufaktur Hugo Mayer schafften es in der vorgegebenen Bauzeit ein Instrument zu bauen, das bis heute von Orgelkennern sehr geschätzt wird.

Die würdige und eindrucksvolle Orgelweihe durch Regionaldekan Albert André (Mitzelebranten waren Dechant Anton Heidger, Pfr. Karl Detemple sowie die ehemaligen Lisdorfer Pfarrherren Alois Loew und Ernst Seiwert) erfolgte am 23. Oktober 1987 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1700. Todestag der Schutzpatrone der Pfarrkirche „St. Crispinus und Crispinianus“.

Eindrucksvoll war auch die orgelmusikalische Gestaltung dieser Feierstunde durch Prof. Paul Schneider und den Lisdorfer Kirchenchor. Somit konnte bereits nach 5-jähriger Planungs- und Bauzeit der erste große Bauabschnitt des Lisdorfer Orgelneubaus erfolgreich abgeschlossen werden.

Am 25. Oktober 1987 lockte das erste Orgelkonzert viele Besucher aus nah und fern an.

Andreas Arand, einem gebürtiger Lisdorfer wurde die Ehre zuteil, die neue Orgel „einzuspielen“. Andreas Arand studierte bei Prof. Paul Schneider (Musikhochschule Saarbrücken) und Prof. Michael Schneider (Musikhochschule Köln). Er war 18 Jahre Organist der Kreuzbergkirche in Bonn und ist Lehrbeauftragter an der Musikhochschule in Saarbrücken.

Spätestens nach dem Erleben der Orgelweihe und des Orgelkonzertes spürte man, welch große Dienerin eine Orgel bei der Gestaltung von Gottesdiensten und kirchenmusikalischen Veranstaltungen ist. Alle am Orgelbau Beteiligten und die Vielzahl der Gäste waren davon überzeugt, dass die Lisdorfer MAYER-Orgel als sehr gelungen bezeichnet werden kann und die Saarlouiser Orgellandschaft wesentlich bereichern wird.

Absolute Qualität im Orgelbau, so wie wir sie in unserer Kirche vorfi nden, kann nur verwirklicht werden, wenn ein Orgelbauer erster Güteklasse auf eine Gemeinde und Berater trifft, die den absoluten Willen zur Qualität haben. In Lisdorf ist das der Fall gewesen. Dass die Orgel letztlich größer wurde als ursprünglich geplant, schöner und qualitativ besser als je erhofft und teurer als je befürchtet führte dazu, dass seitens des rührigen Orgelbaufördervereins weitere 5 Jahre benötigt wurden, die finanziellen Grundlagen für die noch anstehenden Bauabschnitte zu schaffen. Die entsprechenden Auftragsvergaben erfolgten jeweils zu den Zeitpunkten, als die erforderlichen Finanzierungsmittel vorhanden waren.

Nach der Orgelweihe begann die Entscheidungsphase über das Aussehen und die Gestaltung des Orgelprospektes. Nach langen und schwierigen Überlegungen der kirchlichen Gremien, dem Architekten und Orgelbauer entschied man sich für ein Orgelgehäuse mit barockem Prospekt, getreu den Vorbildern der bekannten Meister.

Die notwendige Abstimmung mit dem bischöflichen Amt für Denkmalpfl ege und dem Diözesanarchitekt war schwierig. Nach Ansicht der bischöflichen Behörde war es nicht sinnvoll, eine neue Orgel mit einem neu zu rekonstruierenden Barockprospekt zu umbauen. Dennoch kam man zum Ergebnis, der Kirchengemeinde die Zustimmung zur Ausführung nicht zu versagen, „wenn von ihr die Verantwortung im oben beschriebenen Sinne getragen werden kann“. Die baufachliche Zustimmung für die von der Kirchengemeinde geplante Ausführung des Orgelprospektes wurde am 21. Febr. 1989 vom Bistum erteilt.

So wurde nach den Wünschen der Gemeinde, des Orgelbauers und des Architekten ein Orgelprospekt mit schweren geschwungenen Gesimsen und Profi len in starkem Eichenholz konzipiert, das trotzdem einen leichten und grazilen Gesamteindruck macht.

Zu Beginn des Jahres 1990 war es soweit, dass durch die Orgelbaufi rma Mayer die noch fehlenden, aber bereits eingeplanten vier Register eingebaut wurden. Mit viel Einfühlungsvermögen galt es auch hierbei, die Register  der Akustik des Kirchenraumes so anzupassen, dass ein homogener Gesamtklang entsteht, der sowohl die feinen und zarten Stimmen als auch die kräftigen Rohrwerke vollendet erklingen lässt. Weiterhin konnte die saarländische Restauratorenfi rma Günter Mrziglod, Tholey mit der Herstellung des barocken Schnitzwerkes beauftragt werden. 34 prunkvolle Schleierbretter und Zapfen, aus Zirbelholz von Spezialisten in Südtirol handgeschnitzt, zieren seit Juni 1990 das Lisdorfer Orgelwerk.
 
Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme rückte nun in greifbare Nähe. Trotzdem dauerte es bis zur Vollendung der farblichen Gestaltung des Orgelprospekts, die in Anpassung an die vorgegebenen Farbbilder des Altars, der Kanzel und der Beichtstühle erfolgte, noch über zwei Jahre. Im November 1992 war es dann soweit, dass das vor rund 10 Jahren begonnene Werk vollendet wurde. Die Planung und die Ausführung des Orgelwerkes erforderte Mut, Verhandlungsgeschick, Ausdauer und das Überwinden zahlreicher Hürden.

Manche Hürden hat die Gemeinde schnell genommen, andere haben ihr Kopfzerbrechen bereitet. Ein Orgelbau dieser Größenordnung ist für eine 3000 Seelen umfassende Gemeinde nicht selbstverständlich. Anderenorts werden oftmals, wenn überhaupt, nur Minimalprogramme verwirklicht. Lisdorf, eine engagierte Gemeinde, hat sich für ein Maximalprogramm entschieden. Es ist schön, wenn große Vorhaben vollendet werden. Besonders schön aber, wenn viele Institutionen und viele Menschen daran beteiligt waren. Im Bewusstsein dieser gerade in Lisdorf vorhandenen wichtigen Voraussetzungen konnten im kirchlichen Bereich viele wesentliche Vorhaben realisiert werden.

Als Glücksgriff erwies sich die Gründung des Orgelbauvereins, der souverän den sich selbst gegebenen Satzungsauftrag, nämlich für die Finanzierung des Instrumentes Sorge zu tragen, innerhalb von 10 Jahren erfüllte. Die Bemühungen des aktiven und ideenreichen Vorstandes und der 230 Vereinsmitglieder wurden durch eine große Zahl von Einzelspendern gefördert. Besonders erwähnenswert ist die tatkräftige Unterstützung der Lisdorfer Vereine, ohne deren Mitwirken die Lösung der großen Gemeinschaftsaufgabe wesentlich schwieriger gewesen wäre. Aufbauend auf deren große Verlässlichkeit wurden drei attraktive Zeltveranstaltungen durchgeführt, deren Erlöse jeweils dem Orgelbaufond zuflossen.
 
Die vom Orgelbauförderverein im Jahre 1984 ins Leben gerufene Konzertreihe „Klingende Kirche“ wurde sehr gut angenommen. Hier waren es hauptsächlich die kulturellen Vereine Lisdorf, die für beachtliche Konzerterlöse sorgten, die dem Orgelbau zugute kamen.
 
Am Schluss aller Bemühungen war es geschafft, den für den Orgelbau erforderlichen Finanzierungsbetrag in Höhe von insgesamt 815.898,62 DM zu erwirtschaften. Bemerkenswert ist, dass dabei Beträge der Kirchengemeinde und des Bistums nicht zur Verfügung standen und die Zuschussanträge seitens der Kommunen jeweils abgelehnt wurden.
 
Der Lisdorfer Orgelbauförderverein löste sich im Januar 1993 wegen Erreichung des Vereinszweckes auf. Der Vorstand und die 230 Mitglieder begriffen dieses Ende jedoch nicht als Schlusspunkt ihres Engagements. Sie gründeten den Förderverein „Klingende Kirche der Kath. Kirchengemeinde Lisdorf e.V.“, mit der Zielsetzung, ein Forum zu schaffen, das die lange Tradition der Kirchenmusik in Lisdorf lebendig hält, aber auch Impulse für das Entstehen neuer musikalischer Entwicklungen gibt.

Satzungszweck des Vereins ist, die Kirchenmusik in der Pfarrkirche Crispinus und Crispinianus in Saarlouis-Lisdorf zu fördern sowie das wertvolle Orgelwerk zu pflegen und zu unterhalten. Dieses Ziel wird zwischenzeitlich von 330 Mitgliedern ideell und finanziell begleitet.

Innerhalb der Konzertreihe der Lisdorfer „Klingenden Kirche“ wurden seither 157 Konzerte durchgeführt. Aufgrund der Vereinsinitiativen wurden aber auch bedeutende orgelspezifische Veranstaltungen wie der Internationale Saarlouiser Orgel-Kompositionswettbewerb, die Saarlouiser Orgeltage und die Europäische Orgelakademie geschaffen. Dadurch ist die Lisdorfer Pfarrkirche mit ihrer bemerkenswerten Orgel zu einem Markenzeichen anspruchsvoller Orgelmusik und kirchenmusikalischen Veranstaltungen geworden.
 
Der Förderverein „Klingende Kirche“ hat entscheidend zu dem hohen Stellenwert beigetragen, den die Stadt Saarlouis im Bereich der Kirchenmusik genießt. Der Pflege und Unterhaltung des Orgelwerkes kommt innerhalb des Vereinszweckes eine besondere Bedeutung zu. Diese wichtigen und sinnvollen Aufgaben zu erfüllen, ist für den Vorstand eine Herausforderung und Verpflichtung zugleich.

So konnte im Jahre 2006 – ausschließlich mit Mitteln des Vereins – die Orgel um den Einbau von zwei Registern sowie einer elektronischen Setzeranlage und Doppelregistratur erweitert werden. Mit der im Jahre 2011 erfolgten Generalreinigung des Orgelwerkes sind die besten Voraussetzungen einer künftigen hervorragenden orgelmusikalischen Nutzung geschaffen worden.

Die Lisdorfer Orgel setzt klingende Zeichen. Möge sie uns noch viele Jahre in Freud und Leid begleiten und unsere Verbundenheit zur Kirche auch den kommenden Generationen künden.
   
Manfred Boßmann


„Großer Gott, unsere Orgel ertöne zu Deiner Ehre
und hebe unsere Herzen zu Dir empor.
Wie die vielen Pfeifen sich in einem Klang vereinen,
so lass uns als Glieder Deiner Kirche in gegenseitiger Liebe und
Brüderlichkeit verbunden sein“

(Aus der Liturgie der Orgelweihe)

 

 
Disposition

I. Manual
Rückpositiv C-G"'

Holzgedackt 8 '
Quintade 8 '
Principal 4 '
Traversflöte 4 '
Doublette 2 '
Sesquialter 2 f
Larigot 11/3 '
Scharf 4 fach
Cromorne 8 '
Tremulant

II. Manual
Hauptwerk C-G"'

Bourdon 16 '
Principal 8 '
Holzflöte 8 '
Gemshorn 8 '
Octave 4 '
Rohrflöte 4 '
Quinte 2 2/3 '
Principal 2 '
Mixtur 5 f
Cornet 5 f
Bombarde 16'
Trompete 8 '

III. Manual
Schwellwerk C-G"'

Offenflöte 8 '
Salicional 8 '
Vox coelestis 8 '
Principal 4 '
Blockflöte 4 '
Waldflöte 2 '
Nazard 2 2/3 '
Terz 1 3/5 '
Acuta 4 fach
Fagott 16 '
Oboe 8 '
Trompete harm. 8'
Clairon 4 '
Carillon c-c ''
Rossignol
Tremulant

Pedalwerk C-F '

Principalbaß 16 '
Subbaß 16 '
Quintbaß 10 2/3 '
Principalflöte 8 '
Pommer 8 '
Choralbaß 4 '
Hintersatz 4 fach
Posaune 16 '
Trompete 8 '
Kopftrompete 4 '

45 klingende Register
3 Manuale und Pedal
Spielhilfen: Elektronische Setzeranlage
mit 6.339 Kombinationen
2 Crescendo-Kombinationen
Mechanische Registeranlage Koppeln:
I-II, III-II, III-I, III-P, II-P, I-P
Gehäuse aus massivem Eichenholz
Erbaut 1987,
erweitert 1992 und 2006

 

  Organisten an der Lisdorfer MAYER-Orgel
25.10.1987
Prof. Paul Schneider, Saarbrücken

02.11.1987
Bernhard Welsch, Gerlfangen

01.03.1992
Werner Glesner, Bischmisheim

05.09.1993
Prof. Theo Brandmüller, Saarbrücken

14.08.1994
Alexander Meyer, Saarbrücken

13.06.1996
Kirchenmusikdirektor Friedrich Fröschle, Ulm

15.06.1996
Prof. Oleg Jantchenko, Moskau

18.10.1996
Martin Folz, Schwalbach-Elm

01.07.1998
Prof. Marie-Claire Alain, Paris

22.10.1999
Domorganist Carlo Hommel, Luxenburg
Bernhard Leonardy, Saarbrücken
Philippe Delacour, Metz

24.10.1999
Dieter Buwen, Wintersdorf
Hans-Peter Hoffmann, Violine

03.07.2000
Andreas Arand, Bonn

04.07.2000
Domorganist Gereon Krahforst, Paderborn
Andreas Arand, Bonn
Michael Johannes, Düsseldorf

28.06.2002
Verene Guthy-Gomolka, Beilstein
Jörg-Hannes Hahn, Stuttgart

08.09.2002
Domorganist Hans-Jürgen Scholze, Dresden
Prof. Peter Daum, Dresden

13.10.2002
Christian Brembeck, München

15.10.2002
Prof. Michael Felix, Freiburg

18.10.2002
Peter Maas, Merzig
Andreas Mehs, Völklingen
Michael Johannes, Lisdorf

24.10.2002
Andreas Cavelius, Krefeld

27.10.2002
Jörg Abbing, Saarbrücken
Veit Stolzenberger, Oboe
Naomi Grundke, Sopran

27.02.2005
Prof. Joel Bacon, USA

10.04.2005
Barbara Dennerlein, München
18.10.2005
Thomas Gabriel, Seligenstadt

28.10.2005
Prof. Karl-Ludwig Kreutz, Konz
Rainer Oster, Saarbrücken

07.05.2006
Armin Lamar, Lisdorf

20.09.2006
Prof. Guy Bovet, Schweiz

25.02.2007
Prof. Andreas Rothkopf, Saarbrücken

07.05.2007
Ignace Miechiels, Brügge
Schlubeck, Wuppertal

10.10.2007
Prof. Michael Radulescu, Wien

26.09.2008
Detlef Helmer, Schwetzingen
Josef Still, Trier

28.09.2008
Dominic Susteck, Köln

02.04.2011
Prof. Wolfgang Seifen, Berlin

23.09.2011
Dominique Sauer, Osnabrück
Christian Barthen, Saarbrücken

25.09.2011
Prof. Jörg Abbing, Saarbrücken.
Ekkehard Rössle, Stuttgart

26.10.2012
Armin Lamar
Joel Schwarz

17.03.2013
Rainer Oster
Sabine Becker, Gabriele May

22.05.2014
Prof. Loic Mallié, Lyon
Dr. Thomas Daniel Schlee, Wien
Prof. Rudolf Jungwirth, Eferding

14.09.2014
Lukas Stollhof, Oberwesel

14.08.2016
Prof. Martin Gester, Strasbourg (F)

06.11.2016
Christian Schmitt, Erbringen/Saar

29.04.2017
Prof. Daniel Roth, Paris (F)

18.10.2017
Andreas Hoffmann, Bous
Markus Uhl, Heidelberg

22.10.2017
Darko Pleli, Wien (A)

25.10.2017
Wayne Marshall, London (GB)

 

Prof. Paul Schneider
Bernhard Welsch
Werner Glesner
Prof. Theo Brandmüller
Alexander Meyer
Kirchenmusikdirektor Friedrich Fröschle
Prof. Oleg Jantchenko
Martin Folz
Prof. Marie-Claire Alain
Domorganist Carlo Hommel
 
Unsere Partner & Sponsoren
Stadtwerke Saarlouis
KSK Saarlouis
 

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