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22.11.2015 -> Chor- und Orchesterkonzert

  • Warten auf den Konzertbeginn

Bericht der Saarbrücker Zeitung, veröffentlicht am 23.11.2015

Ein Konzert klingt nach

Chor- und Orchestermusik zum Totensonntag
in der Klingenden Kirche Lisdorf


Wieder einmal fand in Lisdorf ein Konzert statt, das begeisterte. Das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern spielte unter Leitung von Christian Weidt Werke von Schumann, Brahms, Rheinberger und Robert Carl. Die Männerchöre Concordia Bous und die Chorgemeinschaft MGV 1859 Lisdorf Lisdorf sangen unter der Leitung von Adolph Seidel. Solisten waren Anja Jung, Alt, und  Regionalkantor Armin Lamar an der Orgel.
von Jutta Stamm

Saarlouis-Lisdorf. Vom Düsteren hin zum frenetischen Jubel inszeniert Christian Weidt die Sinfonie Nr. 4, op. 120 von Robert Schumann. Seine auf Leichtigkeit und Transparenz angelegte Interpretation wird von den mit unaufdringlicher Präzision spielenden Streichern und zarten Bläserstimmen in orchestraler Pracht umgesetzt. Das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern findet Ruhe und pastorale Innigkeit im zauberhaften zweiten Satz, der Romanze. Wohltuend hierbei ist, dass Weidt, der den 50 Musikern seit zwei Jahren vorsteht, sein auffällig forderndes Dirigat zurücknimmt und in ruhigere Bahnen lenkt.

Ein ebenso aufwühlendes Werk komponierte Johannes Brahms mit der Rhapsodie für Altstimme, Männerchor und Orchester, op. 53. Während das Orchester auch hier weich fließend und dynamisch abgestuft agiert, zieht Altistin Anja Jung das ganze Augenmerk auf sich. Engagements im Staatsopernchor der Dresdner Semperoper, im Chor am Opernhaus Zürich sowie im Festspielchor der Bayreuther Festspiele zeichnen sie ebenso aus wie ihre langjährigen Verpflichtungen am Freiburger Theater und an der Staatsoper München. Souverän meistert sie den rezitativisch gehaltenen ersten Teil des Werks und schwingt sich in einem kleinen Arioso zu einer erregten Klage empor. Dank ihres durchdringenden Timbres und ihres Stimmumfangs, der Sprünge von fast eineinhalb Oktaven ermöglicht, zieht sie Zuhörer, Sänger und Musiker gleichermaßen in ihren Bann. Eine charakteristische Wendung in den sauber intonierten Hörnern leitet den dritten Teil, das Herzstück der Komposition, ein. Solostimme und Männerchor finden in flehend-tröstlicher Melodie zusammen. Im langsamen, von Achteltriolen sanft begleiteten 4/4-Takt intonieren Alt und die von Adolph Seidel bestens geschulten Sänger choralartig die Hoffnung auf Linderung der Trauer und Schmerzen. Beide traditionsreiche Männerchöre geben zusammen ein homogenes Klangbild ab. Dynamische Akzente bestechen ebenso wie gute Atemführung und die deutliche Artikulation.
Elegante bis schwelgerische Melodien, eine diatonisch basierte Harmonik, barocke Kontrapunktik: Das alles bietet die Musik des einst am Münchner Konservatorium tätigen Lichtensteiners Joseph Gabriel Rheinberger. Regionalkantor Armin Lamar, der an der Lisdorfer Orgel zu Hause ist, beeindruckt mit der virtuosen Darbietung des Konzerts in F-Dur, op. 137. Abgerundet eloquent und technisch versiert registriert er das wunderbare Instrument aus der Werkstatt Hugo Mayer Orgelbau in Heusweiler.  Einsätze in Übereinstimmung mit dem verkleinerten Orchester (Streicher und drei Hörner) im Altarraum gelingen perfekt. Lamar zeigt sich als starker Dialogpartner.  

Im Gedenken an die Verstorbenen beendet der Friedrich-Silcher-Zyklus „Trauer und Trost“ in der Bearbeitung des saarländischen Komponisten Dirigenten und Musikverlegers Robert Carl den festlichen Konzertabend, der mit dem Halleluja den erwarteten Trost spendet. Noch einmal bekommen die durch Adolph Seidel bestens eingestimmte Männerchöre in Begleitung des Orchesters und der Orgel Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen – und das  Publikum geizt nicht mit Beifall.

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Mitwirkende Chor- und Orchesterkonzert

  • Dirigent Christian Weidt in Aktion
  • Orchester mit den Männerchören aus Bous und Lisdorf, Ltg. Adolph Seidel
  • Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern
  • Dirigent Adolph Seidel und die Altistin Anja Jung
  • Dank an alle Mitwirkenden
 
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