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07.05.2015 -> Musikfestspiele Saar

  • Oberbürgermeister Roland Henz und Prof. Robert Leonardy

Gelungener Auftakt - auch für die Zuhörer

Konzert der Musikfestspiele Saar in der Lisdorfer Pfarrkirche
 (von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm) 

Mit Karol Szymanowski stand ein einziger Komponist auf dem Programm. Aufgeführt wurden seine Konzert-Ouvertüre E-Dur, die Sinfonie Nr.3 und das Stabat Mater. Es spielte das „Orchestre National de Lorraine“ unter der Leitung von Jacques Mercier. Neben dem „Seoul Metropolitan Chorus“ bestritten vier erstklassige koreanische Solisten das Konzert. Gesungen wurde in lateinischer Sprache.

Saarlouis. „Es gehört viel Mut dazu, sich einen ganzen Abend Szymanowski anzuhören“, sagte Professor Robert Leonardy, Initiator und musikalischer Leiter der Musikfestspiele Saar, in einer kurzen Einführung. Und in der Tat – dem Publikum, das die Lisdorfer Pfarrkirche bis auf den letzten Platz füllt, wird viel abverlangt. Der polnische Komponist Karol Szymanowski (* 6. Oktober 1882 in Tymoszówka (heute Ukraine); † 29. März 1937 in Lausanne) gilt als der bedeutendste Vertreter der Komponistengruppe Junges Polen um 1900 sowie als Erneuerer und Reformator der polnischen Musik. Gerne wird er der „polnische Ravel“ genannt.

Schöpferisch beeinflussen lässt er sich vom Impressionismus und früher Ballettmusik Strawinskis, später auch von polnischer Volksmusik.
An den Anfang des Festspielabends in dem mystisch beleuchteten Barockambiente des Altarraums setzt Jacques Mercie, Chefdirigent des „Orchestre National Lorraine“, die Konzert-Ouvertüre E-Dur op.12. Bei ihrer Uraufführung 1906 in Warschau soll sie als das Werk eines Komponisten „von großer Genialität und Originalität“ begrüßt worden sein, auch wenn deutliche Anklänge an den spätromantischen Stil von Richard Wagner und Richard Strauss zu hören sind. Diesem und dem nachfolgenden Werk, der Sinfonie Nr. 3 für Tenor-Solo, Chor und Orchester op. 27, das der Komponist selbst ein „kontrapunktisch-harmonisches Monstrum“ nennt, verleiht Szymanowski noch eine melodisch geprägte Grundstimmung. Doch auch hier wird bereits die Provokation eklatant. Wunderschöne Legati-Passagen wechseln mit straffen Zäsuren, entspannte, ruhige Passagen münden in ekstatischen Trommelwirbeln. Harfe und Geige, Bläser treten aus der gemeinsamen „Einsatzstafette“ von Orchester, Chor und Tenor heraus. Geheimnisvoll und gleichwohl wuchtig erklingt „Das Lied von der Nacht“, so der Titel der Symphonie, zu der der Komponist alte persische Sufi-Texte heranzieht. David-Ho Chul Lee spinnt mit lyrischer Tenorstimme suggestive Traumwelten. Spannend gestaltet Mercier den Wechsel von großorchestralen Tutti-Passagen und lieblich anmutenden kammermusikalischen „Inseln“ – bis das Stück unerwartet verstummt.

Szymanowskis strenges „Stabat Mater“ fesselt nicht weniger mit hochgespannter orchestraler Dramatik und stilistischer Vielsprachigkeit. Dank expressiver Solisten, der Sopranistin Tae Hee Kim, Altistin Suna Lee und dem Bariton Hong Min Kim, steht dem Dirigenten (ehemals Assistent von Pierre Boulez an der Pariser Oper) neben dem mitreißenden „Seoul Metropolitan Chorus“ aus Südkorea ein solistisches Vokalensemble zur Verfügung, das alle stimmlichen Finessen und melodischen Facetten der Gesangskunst beherrscht. Das meisterlich spielende Orchester ist deutlich verkleinert worden. Ein harmonisches Fundament ist kaum noch erkennbar. Atonalität, Tonartenwechsel, kontrapunktische Passagen, archaische stumpfe Fortissimo-Akkorde und Tonkaskaden setzen gewohnte Hörmuster außer Kraft.

Eine großartige Leistung aller Musiker und Sänger, die zu diesem außergewöhnlichen Konzert beigetragen haben. Die Festivalgäste spenden begeistert Applaus.

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Mitwirkende: Musikfestspiele Saar

  • 75 Musiker und 42 Choristen wirkten mit
  • Orchester und Chor
  • Dirigent Jaques Mercier
  • Sinfonie Nr. 3 mit Tenor David-Ho Chul Lee
  • Stabat Mater mit der Sopranistin Tae Hee Kim
  • Stabat Mater für Sopran, Alt, Bariton
  • Dank an alle Mitwirkenden
 
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