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06.07.25 -> Albert-Schweitzer-Gedenk-Konzert

Fulminantes Albert-Schweitzer-Gedenk-Konzert in der Lisdorfer Kirche

Für den Förderverein „Klingende Kirche“ war es eine große Ehre und eine besondere Herausforderung, mit einem imposanten Konzertprogramm am Sonntag, dem 6. Juli 2025,
in der Lisdorfer Kirche Prof. Dr. Albert Schweitzer zu gedenken, der zeitlebens für ein friedvolles Miteinander der Völker eingetreten ist.

Anlässlich des 150. Geburtstagsjubiläums des Theologen, Musikers, Arztes, Forschers und Friedensnobelpreisträgers erinnerten die Konzertmitwirkenden mit der Gestaltung des anspruchsvollen Konzertprogrammes an dessen immer noch gültigen Friedensappell. Nicht nur nach der Verleihung des Friedenobelpreises, sondern stets setzte sich Albert Schweitzer mit großer Überzeugung für ein friedliches Miteinander der Völker ein. Er selbst sah in einem Aufbau eines gemeinsamen Europas einen Schlüssel zu einer friedlichen Weltgemeinschaft.

Die Tatsache, dass Albert Schweitzer auch ein bekannter Organist, Musikwissenschaftler und ein hervorragender Interpret der Musik
Johann Sebastian Bachs war, hat die Programmgestaltung stark beeinflusst.

Als musikalische Friedensbotschafter durften die Konzertbesucher die Sängerinnen und Sänger des Saarbrücker Vokalensemble ´83 unter Leitung von Prof. Bernhard Leonardy, den Titularorganisten der Kathedrale Notre-Dame de Paris, Prof. Vincent Dubois, und den Saarlouiser Regionalkantor Markus Schaubel in der schönen Lisdorfer Kirche willkommen heißen.

Überraschend und gleichzeitig überzeugend war zur Programmeröffnung die orgelmusikalische Improvisation des Praeludium durch Vincent Dubois, wobei in der Notenfolge die Buchstaben „s.c.h.w.e.i.t.z.e.r.“ im musikalischen Kontext als eine Tonreihe interpretiert wurden, die dem Namen Schweitzer entsprechen. Die sich daraus ergebende beeindruckende Melodie wurde von Vincent Dubois gefühlvoll vorgetragen, der seinerseits die vielfältigen Registrierungsmöglichkeiten der Lisdorfer Orgel gekonnt zu nutzen wusste.

Das Saarbrücker Vokalensemble ´83, von seinem Leiter Bernhard Leonardy 1983 gegründet, hat sich durch Rundfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen einen Namen gemacht. Über die Aufführung der klassischen geistlichen und weltlichen Chorliteratur hinaus hat sich der Chor darauf spezialisiert, selten gehörte Werke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. So auch das vom polnischen Komponisten Henryk Górecki, 1987 aus Anlass des Papstbesuches von Johannes Paul II. in Polen, geschaffene Marien verehrende Werk "Totus Tuus". Dieses 8-stimmige A-cappella-Chorwerk, mit dem ins Deutsche übersetzten Titel „Ganz Dein“, wurde von der Chorformation tief bewegend zum Ausdruck gebracht.

Nach dieser gefühlvoll besungenen Hingabe zur Gottesmutter Maria, die die Zuhörer in ihren Bann zog, ließ Vincent Dubois mit der Interpretation der Fantasie und Fuge g-Moll, BWV 542, von Johann Sebastian Bach an Albert Schweitzer erinnern. Das Werk, auch musikwissenschaftlich von Schweitzer analysiert, gilt als eines der bedeutendsten Beispiele für Bachs Orgelkunst. Es zeichnet sich durch seine abwechslungsreiche Harmonik, kühne Modulationen und virtuose Läufe aus. Beeindruckend waren die Virtuosität und die hervorragende Wiedergabe des kontrapunktreichen Meisterwerks durch den Titularorganisten der Kathedrale Notre-Dame de Paris.

Das Gedenken an Albert Schweitzer wurde mit der Aufführung der eher selten zu hörenden Missa „Dona nobis pacem“ für Chor und Orgel des in Straßburg geborenen Komponisten Marie-Joseph Erb (1858-1944), die er seinem langjährigen Freund Albert Schweitzer widmete, fortgesetzt. Orgelmusikalisch unterstützt wurde das Vokalensemble ´83 von dem Saarlouiser Regionalkantor Markus Schaubel. In diesem sechsteiligen Werk zeigten sowohl Chor und Organist als auch der Dirigent Prof. Bernhard Leonardy ein in jeder Hinsicht großartiges Miteinander. Der Chor präsentierte sich in allen Stimmen in einer sensiblen kraftvollen wie auch extrem dynamischen Spannweite. Dabei wirkte die Orgel als idealer musikalischer Begleiter, verhielt sich immer angepasst und angemessen zurückhaltend.

Unter dem Aspekt, dass Albert Schweitzer mit dem Organisten und Komponisten Charles-Marie Widor eine intensive Zusammenarbeit und eine enge Freundschaft verbanden, erklang zum Schluss des Konzertes dessen bekannteste „Toccata aus der 5. Sinfonie, opus 42,1.“ Das fulminante Orgelspiel von Vincent Dubois wurde durch eine äußerst ausgewogene stimmliche Begleitung des Vokalensemble ´83 Saarbrücken ergänzt.

Mit minutenlangem Applaus und „standing ovations” endete wiederum ein bemerkenswertes Konzert des Fördervereins „Klingende Kirche“,
das allerdings eine größere Zuhörerschaft verdient gehabt hätte.
 

Manfred Boßmann
1. Vorsitzender

 

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Albert-Schweitzer-Gedenk-Konzert

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